Künstlerischer Lebenslauf
Ingeborg Leuthold, Meisterschülerin bei Schmidt-Rottluff

Gemälde
 
Menschen
elegisch
in der Landschaft
in der Fabrik
City-Indiens  S. 4 · 5
Rocker, Disco
 
Technik  S. 7 · 8
Anne Meckel, Realismus
 
Christopher Street Day  S. 9 · 10 · 11 · 12
Mathes Schweinberger,
Notizen zum Christopher Street Day
berlinartinfo No 39,
Christopher Street Day und Loveparade
Druckgraphik  S. 13 · 14 · 15 · 16 · 17
 
Loveparade  S. 18 · 19 · 20
Druckgraphik
 
Tiere
Brehms Tierleben
Schmeils Naturwissenschaftliches Unterrichtswerk
 
Reisebilder  S. 22 · 23 · 24
Friedhof
Kakteen
 
Stillleben
Konstruktivismus
Toteninsel  S. 28 · 29
in der Landschaft  S. 30 · 31 · 32 · 33
in der Küche  S. 34 · 35 · 36 · 37
im Speisezimmer  S. 38 · 39 · 40 · 41
 
Druckgraphik
Arbeit und Freizeit  S. 42 · 43
Landschaften  S. 44 · 45 · 46
 
Wollbilder  S. 47 · 48 · 49
Ellen Markgraf, Zwischenwelten
 
Kataloge
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Pflanzen Vögel und Sonne  1998  Wolle/ Baumwollgrobgewebe  110x210 cm

Ellen Markgraf
Zwischenwelten
„Gegenstand der Betrachtung sind verschiedene textile Arbeiten, die Früheste von 1956 und die Letzte von 1999. Thematisch lassen sie sich anbinden an die malerischen Werke: Stillleben, Menschen und Landschaften. Die ablesbare Entwicklung zeigt den Weg von der naturalistischen zur abstrahierenden, respektive konstruktiven Auffassungsweise. Farblich schließen sie sich nahtlos den expressiven Gemälden an.
Es gibt inzwischen viel Literatur zu den textilen Künsten; Bücher, die geschmückt sind mit Titeln wie „Textilkunst“ oder „Mit Nadel und Faden“. So lässt sich hier nachlesen, dass „Nadelarbeit“ eine äußerst breit gefächerte Kunstform ist, die alles umfasst, was mit einer Nadel gearbeitet wird - Stickerei, Tapisserie, Quilt, Smok oder Patchwork. Außerordentlich viele Entwicklungen spielen hier eine Rolle. Sie umfassen Jahrhunderte, Kontinente und soziale Klassen. Nadelarbeit wurde von Männern und Frauen ausgeführt, von Adeligen und Geistlichen. Sie hat aristokratische Kleidung, ländliche Tracht und sogar Hausrat geschmückt und wurde Hand in Hand mit anderen Kunstformen - Malerei, Skulptur und Grafik - gearbeitet1
immer noch umstritten, so doch auf dem Wege, gab es am Bauhaus auch Künstlerinnen, die innovativ gearbeitet haben und schon ein wenig mehr Anerkennung fanden. …Zu Beginn unseres Jahrhunderts gab es zwei Künstlerinnen, die unter den unterschiedlichsten Überschriften von sich reden gemacht haben, die jeweils mit Überzeugung und entsprechenden Arbeiten, die Kluft zwischen Kunst und Kunsthandwerk zu schließen versuchten: Sonja Delaunay-Terk und Sophie Täuber-Arp …
mit Nadel und Faden arbeitet Ingeborg Leuthold parallel zu ihrer Malerei, und sie verwendet im wesentlichen Wolle auf unterschiedlichen Untergründen. … Bestandteil ihrer so gestalteten farbigen Welten sind in der frühen Phase figürliche Darstellungen. „Die Taucher“ ein Bild von 1957 seien stellvertretend für diese Motivwahl genannt. Die lebensgroßen Formate knüpfen in ihrer inhaltlichen Konnotation und künstlerischen Sprache an ihre malerischen Arbeiten an. Interessant ist die Materialität, die Möglichkeit, Struktur in einem Maße zu realisieren, wie sie mit einem Pinselduktus nicht so ohne weiteres realisierbar wäre…
Diese Arbeit, macht deutlich, dass die künstlerische Grundlage gegeben sein muss, um solche bildhaften Ergebnisse zu erzielen; das heißt mit anderen Worten, dass Nadel und Faden hier gleichberechtigt als künstlerisches Medium sind. In den sechziger Jahren sind dann die bereits erwähnten konstruktiven Bilder entstanden. Es bleibt nicht beim Konstruktiven allein, gelegentlich vereinen sich vegetabile Formen mit den geometrischen, so dass ein spannender Dialog zwischen beiden angeregt wird. “ Dortmund 2000 (gekürzt)

1 Geschichte der Textilkunst, Hrsg.: Harriet Bridgeman und Elizabeth Drury, Ravensburg 1980, aus dem Vorwort