Künstlerischer Lebenslauf
Ingeborg Leuthold, Meisterschülerin bei Schmidt-Rottluff

Gemälde
 
Menschen
elegisch
in der Landschaft
in der Fabrik
City-Indiens  S. 4 · 5
Rocker, Disco
 
Technik  S. 7 · 8
Anne Meckel, Realismus
 
Christopher Street Day  S. 9 · 10 · 11 · 12
Mathes Schweinberger,
Notizen zum Christopher Street Day
berlinartinfo No 39,
Christopher Street Day und Loveparade
Druckgraphik  S. 13 · 14 · 15 · 16 · 17
 
Loveparade  S. 18 · 19 · 20
Druckgraphik
 
Tiere
Brehms Tierleben
Schmeils Naturwissenschaftliches Unterrichtswerk
 
Reisebilder  S. 22 · 23 · 24
Friedhof
Kakteen
 
Stillleben
Konstruktivismus
Toteninsel  S. 28 · 29
in der Landschaft  S. 30 · 31 · 32 · 33
in der Küche  S. 34 · 35 · 36 · 37
im Speisezimmer  S. 38 · 39 · 40 · 41
 
Druckgraphik
Arbeit und Freizeit  S. 42 · 43
Landschaften  S. 44 · 45 · 46
 
Wollbilder  S. 47 · 48 · 49
Ellen Markgraf, Zwischenwelten
 
Kataloge
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Eiffelturmballade  1982  Öl auf Leinen  180x100 cm

Anne Meckel
Realismus
„Die 50er und 60er Jahre sind für Künstler, die gegenständlich arbeiten, gar für Realisten - die oft genug mit dem Naturalismus gleichgesetzt werden - gerade zu Existenz bedrohend schwer. Waren bekanntlich bis 1945 unter der NS-Diktatur abstrakte und nicht gegenständliche Malerei sowie gegenständliche Malerei, sofern sie nicht, wie es in der Formulierung der Kulturpolitiker hieß, „das Schöne“ zum Bildgegenstand gemacht hatte, diffamiert und verboten, hatte sich nun eine gegenläufige Tendenz durchgesetzt. Gegenständliche Kunst war, als Folge dieser Politik diskreditiert, ein für allemal, wie es die nun maßgeblichen Kunstkritiker propagierten. Was einerseits eine verständliche Reaktion auf die Kunstbarbarei der Nationalsozialisten war, wurde anderen Seits mit solcher Ausschließlichkeit postuliert - und auf dem Rücken der Künstler ausgetragen, die zwar gegenständlich arbeiteten, aber doch mit der Trivialität und Vordergründigkeit im jener Nationalsozialismus favorisierten Künstler nichts zu tun hatten.
Was als „Grohmann-Doktrin“ in die Kunstgeschichte der deutschen Nachkriegszeit eingegangen ist, hatte auch für Ingeborg Leuthold verheerende Konsequenzen.
Betrachtet man die Arbeiten der Künstlerin in ihrer chronologischen Entstehung, bleibt Gegenständlichkeit die einzige Konstante in ihrem Werk.
Aber nicht um das bloße Abbild einer Gegenwart, sondern um Wahrheit geht es in Ingeborg Leutholds Bildern. Als Künstlerin sieht sie ihre Aufgabe darin, durch überspitzte Formulierungen auf dringend notwendige soziale Veränderungen aufmerksam zu machen.
Über einen kritischen Realismus sagt Bertold Brecht:‚…dass weniger denn je eine einfache Wiedergabe der Realität etwas über die Realität aussagt…Es ist also tatsächlich etwas aufzubauen, etwas Künstliches, Gestelltes.‘ Und in diese Tradition sind Leutholds Bilder einzuordnen.“ Berlin 1991 (gekürzt)